Social-Media-Verbot #72

Shownotes

Die Debatte um ein Nutzungsverbot von TikTok, Instagram und Co. für unter 15-Jährige ist zwiespältig. Sie entspringt der berechtigten Sorge um unsere Kinder, die durch übermäßigen Konsum dieser Plattformen erwiesenermaßen auf unterschiedlichen Ebenen beeinträchtigt werden können - psychisch, sozial wie in ihrer Konzentrations- und Reflexionsfähigkeit. Ein Verbot erscheint als einfache Lösung. Doch bringt es auch den erwünschten Effekt? Lässt sich der Zugang überhaupt wirksam kontrollieren oder weichen Jugendliche nur auf andere Wege aus? Was wäre die wirksame Alternative? Hier rückt einmal mehr die Bildung in den Mittelpunkt. Haben wir die Ressourcen und das Lehrpersonal, um Kinder - und ebenso Eltern - aufzuklären, zu schulen, hellhörig zu machen und zu einem kritischen, selbstbestimmten Umgang mit digitalen Medien zu befähigen? Wo lernen junge Menschen, die Mechanismen von Algorithmen, Aufmerksamkeitsökonomie und Selbstdarstellung zu durchschauen? Genügt ein Verbot oder braucht es vielmehr Medienkompetenz als festen Bestandteil des Unterrichts? Befürworter:innen und Gegner:innen eines Verbots halten sich mit beiderseits guten Argumenten die Waage. Klar ist nur, im Interesse der jungen Generation muss etwas geschehen. Die Frage ist, ob wir auf Schutz durch Verbote setzen oder auf Stärkung durch Bildung.


Elsbeth Kossmeier und Benedikt Weingartner bewegt das Thema Lernen. Sie setzen sich damit auseinander, was man für das Leben lernt, lernen soll, freiwillig und unfreiwillig, bewusst und unbewusst. Mit ihren unterschiedlichen Zugängen führen sie kritisch und mit utopischen Gedanken im Hinterkopf einen Dialog. Beide sind viel beschäftigt mit jungen Menschen, deren Reaktionen auf Schule, den unterschiedlichen Motivationen, Neues zu entdecken und ins eigene Leben hereinzunehmen, der Fähigkeit zur konstruktiven Auseinandersetzung mit Leben und Welt, ihrer Haltung zum Lernen generell.

Elsbeth Kossmeier ist Gestaltpädagogin, war 40 Jahre lang Lehrerin für Deutsch und Musik an einem Gymnasium sowie Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich. Nach wie vor ist sie Referentin für Lehrende für einen Unterricht, der die Persönlichkeit der einzelnen Lernenden stärkt sowie deren Lernmotivation und Lernerfolg zu steigern vermag. Veröffentlichungen: Einzelnen gerecht werden. Chancen und Herausforderungen eines Unterrichts in heterogenen Klassen, Linz 2013. | „Im Unterricht geht es um mich!“ Die Lernseitige Orientierung von Unterricht, Klagenfurt 2019.

Benedikt Weingartner war 10 Jahre Benediktinermönch, Religionslehrer und später internationaler Künstlermanager im Bereich der klassischen Musik. Seit 2014 ist er Journalist und vor allem auf Außen- sowie Europapolitik spezialisiert. Er moderiert EU-Bürger:innendialoge und EU-Jugenddialoge. Darüber hinaus ist er Moderator und Redaktionsleiter des TV-Jugendtalkmagazins #Europa4me (www.okto.tv/europa4me) sowie der Sendereihe „Europa : DIALOG“ (www.okto.tv/europadialog).

Kontakt: leben-lernen@outlook.com

Transkript anzeigen

00:00:00: We don't

00:00:01: need no education.

00:00:07: Thought control!

00:00:09: Leben lernen,

00:00:11: leben lernen.

00:00:14: Wo und wie lernen wir Leben?

00:00:17: Ein Podcast mit Elsbeth Kosmeyer

00:00:21: Und Benedikt Weingardner.

00:00:23: Grüß dich lieber Benedikt.

00:00:25: Ich grüße dich liebe Elsbett.

00:00:27: Wie viel wird heute debattiert in unterschiedlichsten Medien-Diskussionen, Talkshows über unsere Kinder?

00:00:38: Wie ihnen denn die Social Media in erster Linie schaden.

00:00:44: Beim Handy haben wir ja schon ein Gesetz oder Verordnung.

00:00:50: Es gilt also ein Handyverbot an Schulen.

00:00:55: Das ist eh schon gegessen und auch einzusehen.

00:01:00: Eglor, weil man wird sich nicht zusätzliche Kogoress-Mutterild schaffen – das ist ja verständlich!

00:01:08: Aber diese Diskussion jetzt über das Verbot von Social Medias in bis vierzehn soll ja nicht nur für die Schule gelten Dann wäre es ja absurd, sondern insgesamt.

00:01:26: Und ich habe auch schon viel darüber nachgedacht.

00:01:29: und jetzt interessiert mich was du darüber denkst bildigt?

00:01:34: Ja, was ich darüber denke.

00:01:36: danke dass Du mir den Ball einfach so herüber spielst.

00:01:40: Bevor ich das beantworte würde ich vielleicht ganz kurz kitzieren warum's da geht oder was wir überhaupt wissen.

00:01:49: Es geht darum, wie du gesagt hast unter vierzehn Jahren jugendlichen Kindern den Zugang zu Social Media-Plattformen.

00:01:59: Und scheinbar sind momentan in der Diskussion die Plattformen wie TikTok, Instagram, Snapchat und X wird auch genannt wobei ich bezweifle dass viele in dem Alter X überhaupt kennen oder sich dorthin verirren.

00:02:15: Meinst Du das Twitter?

00:02:17: Früher tritt er auf X von Elon Musk.

00:02:22: Und die grundsätzliche Frage, also ich bin äußerst skeptisch jetzt abgesehen davon wie das technisch überhaupt funktionieren soll.

00:02:34: darüber gibt es natürlich auch Spekulationen und Diskussionen weil man müsste ja den Zugang so regeln dass jeder sich dann irgendwie dort entsprechend anmeldet.

00:02:49: Das muss für alle gelbten, wahrscheinlich anhand einer Verifizierungsepp, die jeder auf seinem ... Mobiltelefon oder seinem technischen Gerät hat und das man dann sozusagen in einer anonymisierten Form, ohne dass diese Plattformen die ganz persönlichen Daten bekommen sondern nur quasi durch diese Verifizierungsepp eine Freigabeabfrage erfolgt.

00:03:18: Aber das blenden wir aus den technischen Aspekt!

00:03:22: Wir wollen uns bei unserem Gespräch und unsere Fragestellung darauf konzentrieren.

00:03:27: Ein grundsätzliches Social Media-Verbot für Kinder unter vierzehn, ja oder nein?

00:03:36: Ich bin äußerst skeptisch!

00:03:37: Ich bin deswegen skeptisch weil ich glaube es ist nicht wirklich letztlich umzusetzen.

00:03:45: Äußerst schwierig.

00:03:47: man schafft Parallelwelten.

00:03:50: Ich denke, es ist zwar jetzt so eine plausible einfache Lösung.

00:03:59: Okay?

00:04:00: Machen wir halt eine Regelung sowie bei Alkohol oder Nikotinverbot, Tabakverbot machen wir jetzt auch da eine Regelungen.

00:04:09: aber es ist völlig außerhalb der Lebensrealität und der Lebenswelt von den Heranwachsenden Und ich denke die Erwachsenen unterschätzen und meinen, man könnte das so einfach regeln.

00:04:24: Und dann ist das Problem gelöst und es wird keine Gefährdung der Jugendlichen mehr online passieren – und Radikalisierung auch nicht!

00:04:36: Ich glaube, es gibt immer Lücken die das anders sind und sei es vielleicht die Eltern oder Geschwister zu Hause, die ohnehin diesen Zugang geben.

00:04:47: Ganz provokativ sage ich Okay, man kann vielleicht jetzt ein Gesetz schaffen und man nennt dann diese Plattformen.

00:04:55: Und dann gibt es vielleicht in wenigen Wochen und das Internet und die Apps sind so schnelllebig.

00:05:04: Dann verlagert sich das halt auf Apps, die nicht verboten sind und dort schafft sich dann Ähnliches.

00:05:14: oder Das führt jetzt zu weit das zu sagen, aber es gibt zum Beispiel Radikalisierung.

00:05:22: Das sieht man dann auch oft in Kriminalfilmen wo dann quasi auch Spiele und das Zocken also Online-Spiele sind ja auch sehr beliebt Und dort gibt's auch Chatfunktionen.

00:05:38: Also und scheinbar passiert dort auch Radikalisierung ganz versteckt und nicht jetzt auf den üblichen Plattformen.

00:05:48: Also wie geht man dann dagegen vor, ist es auch beinhaltet oder lässt man das außen vor?

00:05:55: Und dann finde ich es sehr kosmetisch dass man populistisch sagt ja wir schützen ja jetzt und haben eine Lösung und dann ist das Problem gelöst.

00:06:07: und das glaube ich einfach nicht.

00:06:13: Natürlich gebe ich dir recht.

00:06:17: Ich denke mir nur, die Lücken von denen du sprichst, die Auswege, die Benutzer dieser Social-Media-Plattformen finden werden – natürlich werden sie die finden!

00:06:31: Aber ob das nicht ein Killerargument ist?

00:06:38: Nur weil wie bei allem was ... wir geregelt haben, gesetzlich oder berverordnet.

00:06:45: Als Menschen gibt es das Umgehen kann man nicht jetzt sagen okay dann verbieten sie mir nicht weil Sie umgehen sowieso.

00:06:55: Das ist eben die Frage ja aber natürlich gebe ich dir recht Weil, was ich auch schon bemerkt habe.

00:07:04: Wenn etwas eingestellt wird, ja jetzt generell irgendeine Seite im Internet eingestellt wird dann dauert das ganz kurz und es kommt in meine andere Anstatt heraus Und dies dann fällt nicht an.

00:07:19: oder das Verbot weiß ich einfach nicht bekannt ist.

00:07:21: und so

00:07:22: Gut man kann das Verbott nivellieren und kann das dann mit hineinnehmen.

00:07:26: Ja aber warum geht das eigentlich?

00:07:30: nicht, dass man... also das habe ich auch bei einer Wissenschaftlerin gehört.

00:07:38: Dass wir eine App machen und unsere Kinder sozusagen absperren von diesen Inhalten die wir nicht wollen sondern dass die Deckkonzerne gleich und sind wir gleich bei der Quelle sich verpflichten müssen gewisse Inhalte überhaupt nicht mehr hinauszugeben weil Bis vierzehn, das kommt mir auch viel zu kurz vor.

00:08:03: Ja ja es ist schon richtig aber das ist halt das Geschäftsmodell und das werden wir nicht ändern können.

00:08:09: Und die Social Media funktionieren mit den Algorithmen.

00:08:13: Das heißt dass natürlich gesteuert wird.

00:08:19: Es sind kommerzielle Systeme denen geht es nicht um Bildung, denen geht's auch nicht um dein Wohlfüll.

00:08:27: Sondern dass du möglichst lange auf dieser Plattform bist egal welchen Alters und dafür gibt die Algorithmen und sind darauf eben ausgerichtet und auch nicht offengelegt.

00:08:41: auf europäischer Ebene gibt es den Digital Services Act

00:08:46: wo

00:08:47: festgelegt ist dass eben Hate Speech und so weiter Kriminalität, was in der realen Welt verboten ist auch im Internet gilt.

00:08:58: Aber grundsätzlich auch, dass Manipulationen verhindert werden – das sind grundsätzliche Regelungen!

00:09:06: Ich glaube, was bei diesem Social Media-Verbot unter vierzehn beabsichtigt ihr ist oder wird?

00:09:15: Und es hat schon ... da bin ich bei dir Du hast sie jetzt noch nicht so deklariert, aber ich weiß du bist grundsätzlich für und würdest dir unterstützen.

00:09:29: Ich denke es hat natürlich etwas das ich Kinder bis zu einem gewissen Alter beschütze dass sie nicht dem einfach in voller Liberalität ausgeliefert sind weil sie vielleicht in einem Alter sind, wo sie das gar nicht so abschätzen können.

00:09:53: Wo sie vielleicht auch nicht in gegebener Form damit umgehen können sich selbst quasi da auch dem entsprechenden Umgang sich kontrollieren können und dann für uns wirklich sehr manipulativ ausgesetzt sind.

00:10:13: Da würde ich dem schon unterstützen.

00:10:16: Warum, warum ich es grundsätzlich sage?

00:10:21: Ich denke und das erzeugt einen Widerstand in mir.

00:10:26: Ich finde es zu einem Teil einfach sehr, sehr einfach!

00:10:33: Und deswegen bezweifle ich dass diese Umsetzung nicht so einfach sein wird und dass viele Auswege unter Alternativen gibt und dass man eigentlich sich nicht um das Eigentliche kümmert entsprechend zu vermitteln.

00:10:49: Was ist notwendig, um digitale Kompetenz zu bekommen?

00:10:53: Ja dann sehen wir jetzt schnell auch bei meinem Thema dass ich mich ja wundere.

00:11:02: was ist dann über vierzehn, das ist mit den fünfzehnjährigen und sechzehnjährigen.

00:11:08: Jetzt bin ich natürlich auf der einen Seite froh wenn die Social Media generell einmal nicht mehr so einfach zugänglich sind für die bis vierzehnjährigen.

00:11:23: Wie du weißt, habe ich einige Enkelkinder und ich kann es auf gar nichts fassen wenn ich sie frage was schaust du da?

00:11:36: Und ich dann das mit anschauen

00:11:39: muss

00:11:40: und denke mir Es ist nicht von meinen Enkelkindern schaut Keiner.

00:11:49: so viel ich weiß, burnografische Sachen oder Gewaltverherrlichende Sachen.

00:11:56: Aber alleine dieser Gipfel des Kapitalismus war nicht das einmal so nennen darf.

00:12:03: wenn es in Zick und Tick-Tock Einheiten nur geht, wie eine schöne Lippe aussieht und mit welchen Mitteln von den unterschiedlichen Geschäften man da was machen kann.

00:12:18: Und es geht um die Fingernagel und es gibt um die Urlappal und um die Spitzen der Nahten.

00:12:24: jetzt rede ich vom Mädchen dann ist das für mich auch eine Katastrophe.

00:12:32: womit beschäftigen sich die einen ganzen Tag?

00:12:39: gibt es nicht andere Themen.

00:12:41: Sie fühlen sich ungeliebt oft von den Eltern, sie haben Freundschaftsgeschichten, sie müssen sich zurechtfinden in einem Dschungel an Meinungen in einer Klasse und dann schauen sie einen ganzen Tag nur so einen.

00:13:03: ich möchte jetzt sagen Scheiß der ihnen das Gehirn vernebelt Und wenn sie wenigstens bis vierzehnt davon ferngehalten sind, dann finde ich das gut.

00:13:16: Aber – und da schließe ich jetzt bei dir an – was passiert nach dem vierzehrten Geburtstag?

00:13:26: Jetzt werde auf einmal alles freigeschalten!

00:13:29: Da braucht es auf jeden Fall – und das ist jetzt schon zu diskutieren bevor man dieses Verbot überhaupt einführt.

00:13:38: Was bietet man dann an?

00:13:43: Ein eigenes Fach in der Schule.

00:13:45: Ja, das ist ja vorgesehen.

00:13:48: Hoffentlich können wir so was

00:13:50: da.

00:13:50: Ich zweifle nur, dass die Kompetenzvermittlung auch tatsächlich umgesetzt wird.

00:13:59: Ich würde schon ganz provokativ sagen, die digitale Kompetenz zu vermitteln ist eine Mammutaufgabe und da ist momentan eigentlich jeder überfordert.

00:14:14: Schule ist überforderd, die Eltern sind überfordern.

00:14:18: Vor allem ältere Generationen eben Lehrkräfte zum Beispiel haben keine Ahnung wie die technischen Gegebenheiten sind, welche Strukturen sie haben Social-Media-Plattformen tatsächlich funktionieren, geschweige den entsprechenden Kompetenz zu vermitteln wie man damit umgeht.

00:14:41: Und ich glaube es ist einfach viel zu wenig klar in der Orientierung was eigentlich die Kompetenzvermittlung bedeuten würde wie tief sie greift damit umzugehen

00:14:56: und wer das kann.

00:14:58: Ja, ich mache jetzt gerade selbst Erfahrung.

00:15:02: Ich habe ein Spiel, das ich im Internet mir jetzt irgendwie spiele.

00:15:09: Da haben wir es auszuprobieren und ich werde wahnsinnig, weil immer dann wenn ich sozusagen eine Kache zu viel hochgelegt habe, also es ist dieses Wiedermachung oder wie das heißt... Macht

00:15:23: da bloß keine Werbung?

00:15:24: Nein aber Aber immer wenn dann irgendetwas passiert, dann muss ich mir eine Werbung anschauen.

00:15:33: Und das Interessante ist dass ich da überhaupt nicht mehr rauskomme.

00:15:39: Da muss ich zehn mal links klicken und da kommt dann irgendwann, nachdem ich dreißig Sekunden... Und das ist lang wenn man spielen will.

00:15:49: ...geschaut habe.

00:15:50: Ich komme einmal so ein Pfeilchen, Open Store, dann muss ich da wieder auf das X drücken und irgendwann kommt dann der erlösende Pfeile.

00:15:57: Wenn ich auf den drücke, dann gehe ich an X und dann komme ich wieder zu meinem Spiel zurück meinen Enkelkindern die ich da gefragt habe was sich da tun kann.

00:16:07: Das ist ganz normal!

00:16:09: Du brauchst überhaupt nicht herumzudrücken.

00:16:11: Du musst da nur jetzt einmal diese Minute schauen und dann kannst du dir wieder spielen.

00:16:16: Furchtbar denke ich mir, was machen die mit uns?

00:16:19: Was machen sie mit

00:16:20: uns?!

00:16:20: Also ich mag das jetzt gar nicht mehr spielen dieses Spiel!

00:16:24: Wer mich das so nervt.

00:16:25: noch dazu kriege ich ja genau die Währung, die zu mir passt

00:16:29: natürlich Dank der Algorithmen.

00:16:32: Ja, das ist ja furchtbar!

00:16:34: Ich schätze mich gut ein, weil ich kriege immer Werbung für diese Word und Wonders, für Wortspiele und Strategiespiele also so Kombinationsspiele und so, also für intellektuelle Beteiligung.

00:16:49: Nur lieber Elsbeth mit dem Unterschied, dass du nicht mit dieser digitalen Realität... aufgewachsen

00:16:57: ist und

00:16:59: einfach auf einer Spielplattform bist.

00:17:01: Und halt diese gratis Version und mitst und dadurch in Kauf nehmen muss, dass sie so funktioniert wie sie funktioniert.

00:17:10: aber für junge Menschen ist das die digitale Realität tatsächlich eine Lebensrealität und es macht einen großen Teil ihres Bewusstseins auch aus.

00:17:25: Die Frage ist, ist es wirklich so durchsetzbar das einfach zu verbieten?

00:17:33: Man kann Gesetze schaffen zum Schutz der Kinder.

00:17:37: Das Mark hat schon seine Berechtigung – ich stelle das gar nicht infrage, weil natürlich muss man genauso wie ein Kleinkinder in dieser Altersgruppe sich ja auch vor gewissen Dingen schützen.

00:17:57: Aber meine Bedingung und meine Skepsis ist die, was passiert dann?

00:18:02: Du hast es gerade gesagt.

00:18:04: Wenn man vierzehn ist, dann öffnet sich die heile Welt!

00:18:07: Und plötzlich hat man scheinbar alle Kompetenz mit vierzehnt Kerzen auf der Geburtstagstorte und weiß wie es geht und kann es machen.

00:18:18: Ich zweifle daran dass diese Kompetenzvermittlung funktioniert das man genügend Augenmerk darauf hat, auch Lösungen und das ist das eine.

00:18:31: Das zweite ist ich glaube nicht daran dass es wirklich so umsetzbar ist wie man sich das vorstellt und dass es dann sehr verwaschen ist und dass wir uns vielleicht selber in die Tasche lügen, dass dann alle Probleme beseitigt werden.

00:18:54: Naja, das werden wir schon tun natürlich nicht.

00:18:56: In die Tasche rügen du uns mit dem Schaum!

00:19:00: Weil natürlich viele Kinder, die das unbedingt wollen ihre Wege schon finden und diese geschickten jungen Menschen können so gut schon umgehen Mit den Tablets, Computern und Handys dass sie da sicher Umgehungsmöglichkeiten finden.

00:19:18: Trotzdem finde ich macht es einen Sinn wenn das prinzipiell Prinzipiell verboten ist.

00:19:27: Aber wir haben schon so viele Podcasts gemacht und immer geht es um das Thema, wie wichtig es ist einen kritischen Geist zu entwickeln.

00:19:41: Und jetzt gehe ich einfach etwas aus für alles gilt und nicht nur für die Handys und Internet und Social Medias.

00:19:55: Und solange das in der Schule noch immer nicht ausreichend funktioniert und man nichts sagen kann, dass von mir als ich wäre schon mit siebzig Prozent zufrieden, siebzig Prozent unserer Absolventinnen sei es nach der Matur oder auch nach Ende der Schulpflicht.

00:20:18: Mit einem kritischen Geist von uns weggehen Solange wird es so sein, wie du sagst dass auch die digitale Kompetenz nicht wirklich zielführend vermittelt wird.

00:20:34: Weil das ist die Grundlage ob das jetzt für die normale Tageszeitung ist oder für Nachrichten auf X oder für TikTok man braucht überall den kritischen Geist.

00:20:51: Wer will da was von mir, wozu dient das?

00:20:58: Was ist das Ziel?

00:21:00: wenn ich das jetzt sehr häufig anschaue.

00:21:05: Was soll dann mit mir sein?

00:21:07: und ist es so?

00:21:08: passt das zu mir?

00:21:09: usw.

00:21:10: Alle diese Fragen sollten angeregt werden dass sich jeder junge Mensch die stellt Und dann fängt das erst mit fünfzehn ein, aber da brauchen wir gute Leute die das dann vermitteln.

00:21:25: Gute Pädagoginnen, die selbst sie auch auskennen.

00:21:29: Das bin ich halt nicht sicher ob wir das haben.

00:21:32: Ich würde die Diskussion noch viel weiter ausweiten.

00:21:37: Nämlich dass was du angesprochen hast eben diese Gefahren.

00:21:43: Dein Beispiel mit dem Spiel ist ja Fedoka untherhamlos.

00:21:48: Aber

00:21:49: die Realität trifft ja auch alle über vierzehn, nämlich wie Algorithmen unseren Medienkonsum steuern und was da an Prozessen passiert.

00:22:06: Und ich würde mir einfach wirklich da wünschen... das viel weiter zu sehen, nämlich dass sich eine ganz klare Haltung der Öffentlichkeit ein Bewusstsein bildet.

00:22:20: Dass man halt tatsächlich Regulierungen macht, Regelenschaft, Vorgaben wie solche Tech-Konzerne arbeiten dürfen und eingesetzt werden.

00:22:33: Und dann gilt es halt grundsätzlich und nicht einfach nur für unter vierzehnjährige.

00:22:41: Es betrifft ja viel, viel mehr.

00:22:44: Also ich würde diese Unteranführungszeichen-Diskriminierung ausklammern und

00:22:51: den Schutz... Du meinst die Diskriminierung der zehn bis vierzehn Jahre?

00:22:54: So ungefähr, ja.

00:22:57: Warum was meine ich damit auch?

00:23:00: Ich sehe es halt wirklich aus der Lebensrealität heranwachsenen.

00:23:06: Die erwachsenen Welt stellt sich das so einfach vor, dass dieser Schritt mit vierzehn dann passiert.

00:23:13: Ich glaube es braucht einen Heranführen und der Bewusstseinsbildung.

00:23:19: Wie geht man damit um?

00:23:21: Ich würde mich auch wünschen wie geht man auch mit der Informationsvermittlung um?

00:23:31: Und mir ist in den letzten Tagen ein Argument sehr bedeutend geworden, wir akzeptieren schon grundsätzlich dass wir sagen junge Menschen bekommen ihre Informationen aus Social Media Kanälen.

00:23:49: Also das alle Umfragen sagen das niemand liest natürlich jetzt Zeitungen oder Hörbnachrichten und so weiter sondern ich merke es auch wenn ich mit jungen Leuten diskutiere dann Ist das schon vollkommen selbstverständlich?

00:24:05: Die Informationsquellen sind Social Media.

00:24:09: So, also nicht internet- andere?

00:24:12: Naja,

00:24:12: das gehört ja auch damit zusammen.

00:24:14: aber es sind und da komme ich eben zu dem Punkt TikTok und Instagram, die mit Informationen versorgen.

00:24:24: Weil dort Information verbreitet, kommuniziert wird natürlich gesteuert von Algorithmen.

00:24:31: aber ich komme zu einem Punkt der mir wie gesagt gerade in den letzten Tagen noch viel bewusster geworden ist.

00:24:38: Ich habe oft bei diesen Diskussionen wenn du mit jungen Leuten sprichst dann Und das kann man ja auch mal hinnehmen meine Informationsquellen.

00:24:49: Ist das Internet oder Social Media?

00:24:53: Mit dem einen Schönheitsfehler und da setze ich eben den Finger hin, wir glauben dass damit verbunden ist aktiv zu suchen.

00:25:09: Das macht man vielleicht wenn man ein Referat in der Schule vorbereitet, dass man dann im Internet sucht oder vielleicht an die KI verwendet.

00:25:17: aber die Informationsvermittlung, der Installationskonsum passiert ja passiv.

00:25:27: Das heißt ein hoher Prozentsatz konsumiert ja natürlich werden sie informiert aber Sie werden passive informiert nämlich das was in Ihre Timeline auf Ihren Social Media Kanal Ihnen entgegen gespült wird gesteuert, wie gesagt durch Algorithmen.

00:25:48: Aber in den wenigsten Fällen kandelt es sich um eine aktive Informationsbeschaffung.

00:25:54: Es ist immer passiv und das sehe ich eigentlich als die größte Gefährdung unserer Zeit dass wir fremdgesteuert sind uns ganz bewusst unabhängig jetzt vom Alter von Algorithmern.

00:26:15: dass das einzig dazu dient, mich möglichst lange auf der Plattform zu halten.

00:26:21: Das spült mir die Aufregung und vielleicht manchmal auch seriöse Informationen aber mit vielen anderen Schmarrn entgegen Und da sehe ich eigentlich keine wesentliche gesellschaftliche Diskussion.

00:26:38: Die vermisse ich.

00:26:39: diese Bewusstseinsbildung, die Auseinandersetzung damit Wie ist unser grundsätzlicher Medienkonsum?

00:26:47: Und weil man sich dem nicht stellt, aber trotzdem die Gefahr sieht machen wir jetzt ein Gesetz für unter vierzehnjährige und glauben damit ist das Problem gelöst.

00:27:02: Das gehört für mich zur ganzen Geschichte und zur ganzen Diskussion dazu – ich höre gar nicht damit auf, sondern ich bringe noch eines rein vielleicht damit auch den jungen Menschen, also auch den unter vierzehnjährigen einen Teil ihrer Teilhabe ihres digitalen Rechts und ihrer Freiheit.

00:27:28: Und das wird nämlich von vielen Organisationen gerade im Hinblick auf das Social Media-Verbot auch kritisiert.

00:27:36: zum Beispiel es sind wenn ich jetzt denke dass Jugendliche, die in der Pubertät sind.

00:27:44: Die viele Fragen haben... ...die auch das Internet, die auch Social Media dazu verwenden um Informationen ihrer Situation zu bekommen Auch vielleicht weil anonym in einer gewissen Schutzfunktion einen sozialen Austausch da durchhaben Der Innen jetzt aber untersagt wird.

00:28:07: Das habe ich als Argument, oder das Alternative überhaupt noch nie gehört in der Diskussion.

00:28:13: Dass man sich dessen bewusst ist und grundsätzlich... Ich bin schon überzeugt, dass dadurch einfach Medienkompetenz kann man nicht mit dem vierzehnten Geburtstag plötzlich bekommen.

00:28:30: Das muss step by step passieren!

00:28:32: Ja also eine Mächte dazu Norma auf den Manfred Spitzer hinweisen, also Neurobiologe Uni Universität Ulm und eben der mehrere ist über das Lernen nachgeschrieben hat.

00:28:50: Und er dieses Buch Digitale Demenz geschrieben hat.

00:28:53: Genau das meint er was du gesagt

00:28:56: hast

00:28:57: ja dass das Gehirn in die Passivität verkommt um die Aktivität verliert und damit die Kreativität verliert.

00:29:07: Und die braucht man aber in unserer Welt für das Finden von Lösungen, für eigenständige Entwicklungen und nicht nur das Nachahmen und Nachbetten.

00:29:20: Das ist ja... Ja!

00:29:22: Aber warum ich jetzt doch mal für das Verbot bis vierzehnt bin?

00:29:29: Weil ich denke – und es mag falsch sein Aber ich denke, dass man wenigstens die jungen Hirne noch eine Zeit lang schonen kann bevor sie diese Flut, die angeboten wird über sich ergissen lassen weil das werden Sie natürlich tun.

00:29:50: Also ich denke mir wenn es Menschen gibt, die das Verbot umgehen und dann weiß Gott was erzählen wie toll das ist Ja, wie toll TikTok ist und so weiter.

00:30:05: Dann werden Sie mit fünfzehn, wenn Sie endlich auch dürfen...

00:30:09: Mit vierzehn?

00:30:10: ...mit vierzehnt Jahr ganz heiß drauf sein!

00:30:14: Das sehe ich ja schon als problematisch.

00:30:18: Aber ich hoffe, dass sie dann schon um diese Spur älter sind.

00:30:21: Ich weiß es nicht, wenn sie vorher gut dass hier ein entwickelt haben in eine positive Richtung, was ich auch bezweifle.

00:30:30: Weil ja viele Zeichen der Zeit heute dagegen sind und weil das Internet ja nicht ... es steht ja nicht zur Debatte vom Verbot!

00:30:42: Es geht ja nur um die Social-Midias.

00:30:44: Und wenn ich schaue wie kleine Kinder schon mit sieben und acht anderen Kindern beim Computerspielen zuschauen am Handy.

00:30:57: Dann denke ich mir, was ist denn das für ein Wahnsinn?

00:31:01: Die kriegen... Da spielt ein, was wir sehen, von zwanzig Jahren oder dreißigjähriger, spielt dieses Mario, da gibt es ja verschiedene, viele verschiedene Bände.

00:31:16: so im Im Buchbereich haben wir Bände gesagt, also viele verschiedene Editions.

00:31:23: Und das Kind schaut zu wie er das kann und natürlich ist da hintergedanke dass der dann sich dieses Spiel selber wünscht und selbst nachspielen kann irgendwann.

00:31:36: Also es dient alles nur dem Geld.

00:31:42: Ja ja aber schau was du da ansprichst Über die Schulter schauen und vielleicht gar nicht so sehr über die Schultern schauen, sondern das Mitschauen.

00:31:52: Das ist dann auch ein Punkt.

00:31:54: wie regelt man das?

00:31:56: Also weißt du ich beobachte in meinem Umfeld schon Kleinkinder, die wissen da wie die Wischfunktion am Handy funktioniert.

00:32:07: Ja sicher!

00:32:09: Da sind wir noch weit von zwölf oder dreizehnt entfernt, das geht schon viel früher.

00:32:16: Das können vierjährige schon.

00:32:19: und warum können sie das?

00:32:21: Weil es eine lebsere Realität ist die sie umgibt.

00:32:26: also ich habe jetzt vor kurzem Werbung gesehen für Händehalterungen auf Kinderwegen ja

00:32:33: aber auch schon live gesehen mit der deren Kinderwagen schieben mit so was drauf

00:32:38: Und die Beobachtung, dass Kinder das Baby ist.

00:32:44: Kleinkinder mit der Realität, dass die Erwachsenen um sie herum oder ältere Geschwister in dieser ... Mit Handy und dann in weiterer Folge natürlich nicht nur Internet sondern Social Media weil das was unsere Verbleibzeit ja wesentlich steuert is er nicht die kluge Recherche im Internet sondern das ist passive Konsum, nämlich weil jemand ein nettes Video oder ein Foto postet und man kommentiert oder die Kommentare liest.

00:33:20: Und das ist ja die Online-Zeit, die eigentlich den wesentlichen Teil ausmacht – dafür sind die Social Media Kanäle verantwortlich!

00:33:29: Das heißt Kinder wachsen in dieser Realität auf Und ich stelle mir jetzt einfach vor, unter vierzehnjährige.

00:33:38: Die dürfen es zwar selber nicht aber sie sind ja doch pausenlos damit konfrontiert.

00:33:45: also okay man darf etwas nicht und das bewahrt und schützt.

00:33:51: ok ich gestehe zu Ich kann dem auch viel abgewinnen dass man die unmittelbare Nutzung zieht davor bewahrt oder beschützt, weil man das generell einschränkt und dann ist es halt einmal so.

00:34:06: Und man wird hoffentlich auch die technischen Möglichkeiten und Wege finden, das grundsätzlich tatsächlich umsetzen zu können.

00:34:15: aber ich komme wieder zu meiner Forderung des grundsätzlichen Diskurses und der Grundsätzliche Auseinandersetzung zurück.

00:34:26: wenn die Welt darum herum, aber trotzdem von den Algorithmen gesteuert wird dann.

00:34:34: Wird's mit der Kompetenz, mit dem zurechtzukommen nicht weit her sein?

00:34:39: Dann ist das einfach nur eine Verlagerung auf ein gewisses Alter obdem es dann passiert.

00:34:45: Und mit der Hoffnung dass sie da schon gescheiter sind!

00:34:48: Ja aber wenn die Erwachsenen nicht einmal gescheitert sind warum sollen sie dann vierzehnjährige

00:34:53: sein?!

00:34:56: über das Social-Media-Verbot hinausgehend sehe ich natürlich schon bei jungen Müttern.

00:35:04: Ich habe also auch noch ein vierjähriges Enkelkind und das ist nicht nur diese Mutter, sondern es sind auch die Mütter in der ganzen Blaser, in dieser Siedlung.

00:35:16: Die schon schauen darauf dass ihre Kinder bis vier Jahre Nichts schauen dürfen am Handy, was sich bunt bewegt.

00:35:31: und also sie dürfen meine Enkelin da zum Beispiel Fotos anschauen.

00:35:36: Die darf ich hier auch zeigen.

00:35:39: Und wenn es ganz schwierig ist mit ihr dann darf Sie im englischen Sprache Lieder anhören mit einem Film dazu.

00:35:52: Schon ein Film, ja?

00:35:53: Mit einer Zeichnung dazu.

00:35:54: Das ist die einzige Ausnahme.

00:35:56: sozusagen haben sich die Eltern selbst gestanden, zugestanden was immer man davon hält.

00:36:02: aber damit sie leichter beim Zähnebutzen stillhält darf es ihr ein Lied anhören in englischer Sprache.

00:36:08: Ja so zu sagen ist so eine Bildungsgesellschaft das aber schon weiß.

00:36:17: Das

00:36:20: sieht sehr lange das Kind.

00:36:22: Fernheiten wollen, weil das ja auch mit der Gehirnbildung viel zu tun hat.

00:36:27: Mit der Sprachförderung und dem mathematischen Sehen und so, dass sich das nicht so gut entwickeln kann, wenn es da anbreselt ist.

00:36:37: Weißt du was du da gerade beschreibst?

00:36:39: Erinnert mich!

00:36:40: Wir trennen das Rad der Zeit um zwanzig Jahre zurück oder wenn du willst um dreißig Jahre, dann ging's um das Fernsehverbot das kleine Kinder sollen wenig Bildschirmzeit, wenig Fernsehzeit haben.

00:36:55: Und es haben sich viele Eltern hervorgetan und haben gesagt okay man vermeidet und richtet vielleicht auch den eigenen Konsum danach dass Kleinkinder eben nicht vor der Glotze sitzen.

00:37:13: Das war...das ist vor langer, langer Zeit War das so?

00:37:20: Die Frage ist, gelingt es heute?

00:37:22: Wo jeder in der Straßenbahn oder im Zug oder wo auch immer in jeder freien Minute das Smartphone in der Hand hat.

00:37:32: Gelingt es da auch?

00:37:37: Wie gesagt ich suche immer wieder Möglichkeiten dass sich aus der Resignation herauskomme weil für mich das natürlich alles sehr schlimme Sehr schlimme Dinge sind aus meiner Sicht eine alten Frau oder eine ziemlich, schon ziemlich alte Frau.

00:37:58: Und ich kriege mir das oft so zurecht, dass ich mir denke diese Generation wird damit leben lernen müssen und sie werden Mittel- und Wege finden, dass ihr Geist nicht verkommt, so wie es für mich ausschaut, dass er verkommt

00:38:20: Ja, dann muss man ja alles tun damit es vermittelt und gelernt wird.

00:38:26: Aber jetzt denke ich mir haben sich schon zu meiner Zeit als Lehrerin – siebzig Prozent der Lehrerinnen und Lehrer – geweigert die allgemeinen Bildungsziele, die damals schon Pflicht waren zum Vermitteln, sprich einen kritischen Geist zu entwickeln und was wir Sammels schon oft besprochen in unserem Podcast Das kulturelle Vielfalt eine Chance ist, dass man kritisch mehr Perspektive denken kann und so weiter.

00:38:59: Da haben sich schon siebzig Prozent der Lehrenden geweigert und haben halt ihren Stoff vorgetragen und die mussten das dann lernen und abprüfen.

00:39:10: Und jetzt fehlt mir halt ein bisschen das Vertrauen, wenn wir jetzt einfach einführen.

00:39:16: Wie gehen wir mit den digitalen Medien um?

00:39:19: Dass es dann was anderes wird als dass man halt einen Bericht kriegt, was es alles gibt und was die machen und vielleicht noch Artikel darüber lesen werden schon und diskutieren.

00:39:33: Ja, ja vielleicht schaffen wir's!

00:39:36: Ich weiß es nicht.

00:39:36: ich bin halt skeptisch

00:39:38: Ja, ich glaube er auch ganz berechtigt.

00:39:42: Weil die Auseinandersetzung eben viel, viel tiefer geht.

00:39:46: wie gehe ich mit den Informationen um?

00:39:49: Wie bewertig Informationen Themen, die wir auch schon oft besprochen haben und da geht es einfach tatsächlich um die Kompetenzvermittlung Und ich wünsche mir halt wirklich ein tiefergreifendes Bewusstsein.

00:40:07: Das mag jetzt wirklich, wenn es hoffentlich einen Effekt hat in der Umsetzung da jetzt ein Social-Media-Verbot einzuführen für unter vierzehnjährige.

00:40:18: Dann möge's wirklich viel Gutes bringen.

00:40:22: aber ich bin einfach skeptisch.

00:40:24: Ich glaube nicht dass sich viel verändern wird.

00:40:29: Ja ich hoffe eben auf diesem Weg über das Verbot wobei ich verbote ja eigentlich gerade in der Pädagogik noch nie für besonders sinnvoll gehalten habe.

00:40:40: Aber hier findest du es sinnvoll?

00:40:42: Naja,

00:40:42: ich bin halt jetzt einmal dafür.

00:40:46: in meiner Besorge ist aber weil ich doch mir erhoffe dass über dieses Verbot, über das man dann reden wird und dass man umgehen wird und trotzdem ist es da, dass es dadurch zu einem gewissen Grad an Bewusstseinsbildung von der man immer wieder reden kommt.

00:41:08: Sonst natürlich, wenn ich das nicht erhoffen würde.

00:41:12: Würde ich das Verbot auch nicht unterstützen weil ich so wie du sehe.

00:41:19: und was ist dann?

00:41:21: Was wird es mit vierzehn Jahren?

00:41:26: Wird es dann nicht das ganz große Supergar in Bezug auf Social Medias und so?

00:41:36: Ich finde es spannend Weil es grundsätzlich, wenn man... Und uns ist ja auch so gegangen.

00:41:46: Wenn man von der gesellschaftlichen Diskussion und das Verbot hört, es natürlich ganz plausible Argumente dafür gibt und die man auch klar unterstützen kann.

00:42:03: aber und deswegen habe ich versucht einfach andere Gesichtspunkte und vor allem Skepsis hineinzubringen Und das finde ich auch teilweise berechtigt und maßgeblich.

00:42:20: Daraus entstehend diese Forderung einer klaren Auseinandersetzung, was wollen wir?

00:42:29: Wie wollen wir mit uns umgegangen werden lassen?

00:42:37: Da wünsche ich mir eine klare Positionierung!

00:42:41: Und die nehme ich nicht wahr und das finde ich besorgniserregend.

00:42:46: Da ist für mich so ein Social-Media-Verbot, ein Nebenschauplatz zwar ein paar plausibler aber er trifft trotzdem nicht den Kern des Problems.

00:42:58: Ja vielleicht kann man die Eltern damit unterstützen weil wenn Eltern also... Ich habe das gesehen bei meinen eigenen Kindern damals, weil du ja zurückgegriffen hast auf diese Fernsehgeschichte und diese Bildschirmzeit.

00:43:19: Wenn es generell verboten gewesen wäre und überhaupt nicht das Programm gar nicht gegangen wäre dann hätte ich da als Mutter die Unterstützung gehabt.

00:43:31: so aber habe ich einfach auch aufgegeben.

00:43:36: Ich hätte mir immer immer immer täglich Sachen ausdenken, die noch spannender sind als das Fernsehen.

00:43:43: Ich war aber immer berufstätig ich war auch erschöpft.

00:43:46: Ich habe damals auch vor allem ein jüngstes Kind wo ich halt die Kraft nicht mehr so hatte und diese Wärme im Umgang mit den Kindern.

00:43:57: Ich hätte man müssen immer Alternativprogramm ausdenkten immer wieder Stecken schneiden, gehen oder irgendeine Immigrantes einfallen lassen.

00:44:08: Dazu hatte ich nicht die Kraft!

00:44:10: Also ich habe tatsächlich das Angebot des Fernsehers auch wenn ich es aus pädagogischen Gründen nicht richtig fand trotzdem angenommen weil's halt da war und weil es mir dazu verhalft für zwei Stunden Ruhig zu haben, denn eins ist klar und das haben wir auch jetzt so.

00:44:32: Das habe ich damals so miterlebt, immer als engagierte Mutter die das eigentlich nicht wollte.

00:44:38: Wenn ein Kind vom Fernseher sitzt im Präsens dann gibt es Ruhe

00:44:48: Ja, dann hat es keinen

00:44:49: Hunger.

00:44:49: Dann hat's keinen Durst und wüsn ichs.

00:44:51: Dann sitzt das mit offenen Augen und offene Mund vom Fernseher und ist rückgestellt.

00:44:57: Diese Parallelität trifft ja auf Social Media auch zu?

00:45:00: Und

00:45:01: das ist eben heute auch so.

00:45:02: Das sollte damit sagen... Das ist durchaus der Vergleich, ist durchaus gestattet, wobei alle Wissenschaftler von denen ich da etwas gelesen habe der Meinung sind Der Vergleich hinkt nur insofern, als es viel schlimmer ist.

00:45:19: Natürlich!

00:45:19: Es geht viel, viel pusherer.

00:45:21: Social

00:45:21: Media ist wesentlich schädigender, weil beim Fernsehen haben wir wenigstens einen Film ausgesucht mit dem ich leben konnte bei der Google-Zupest.

00:45:32: Und der Fernseher war nicht algorithmisch gesteuern und das was damals ... vielleicht sogar noch vor dem Privatfernsehen war, war ohnehin öffentlich rechtlich und es wurde nur das ausgestrahlt was auch gewissen Grundsätzen und ethischen Vertretbaren entsprochen hat.

00:45:53: Und es ist auch heute noch so.

00:45:55: da gibt's ja auch Regelungen was im Fernsehen über den Screen dann flimmert was halt leider nicht auf Social Media zutrieb trifft, weil das halt oft auch ein sehr rechtsfreier Raum ist.

00:46:11: Ja.

00:46:12: Und den kannst du nicht kontrollieren und den meint man halt bändigen zu können mit einem Verbot?

00:46:20: Ich bin halt sehr, sehr gespannt wie die Umsetzung passiert und ob sich das tatsächlich so umsetzen lässt.

00:46:29: Ja, da bin ich auch gespannt!

00:46:32: Aber wir können uns ja von Positiven überraschen lassen.

00:46:36: Ja, und wir wissen noch nicht wie sich eine Generation entwickelt die von früh bis spät gesagt bekommt was angesagt ist womit man gut wirkt wie man geliebt wird vielleicht wenn man sich also beriesen lässt rund um die Uhr.

00:46:59: Wir wissen es nicht wie die dann sind, wenn sie maturiert haben oder studiert haben welche Berufe sie ergreifen und was sie zum Beispiel für Ärzte sind.

00:47:14: Also du meinst welche Konsequenzen und Auswirkungen

00:47:19: und ob unsere Besorgnis berechtigt ist?

00:47:27: Das müssen

00:47:28: wir erst erleben.

00:47:32: Ich glaube, wir finden da jetzt keine Lösung.

00:47:36: Aber ich fand es trotzdem interessant zumindest mit unteren Zugängen die natürlich nicht alles abdecken an genauen technischen Wissen und dann tatsächlich in der Umsetzung und wie das sein wird.

00:47:52: Wir können auch noch nicht in die Zukunft schauen aber ich glaube was klar geworden ist für uns ist schon wieder dorthin zu zeigen bewusster wahrzunehmen, was da passiert.

00:48:05: und mir persönlich ist einfach wirklich wichtig dass ich denke wir können nicht damit aufhören.

00:48:15: Bewusster und klarer zu machen was geschieht da eigentlich?

00:48:20: Und unabhängig jetzt vom Alter es trifft uns alle Es trifft dann eben auch Nicht nur die die dann vierzehn sind sondern viel später Was diese Algorithmuswelt, dieses Gesteuerte.

00:48:36: Gespenstisch

00:48:37: ist das für mich oft?

00:48:38: Ja und leider halt wirklich ethisch.

00:48:43: fragwürdig weil es einfach kommerzialisiert ist und wir dem ganz bereitwillig uns ausliefern, weil wir glauben wir hätten keine Alternativen.

00:48:56: Und für mich persönlich zeigt sich zum Beispiel Ich habe mit der Weile, ich habe auf allen diesen Social Media Kanälen konnten.

00:49:09: Ich beschäftige mich sehr intensiv damit wie sie funktionieren aber ich merke an mir selber wie ich mich zunehmend daraus nehme.

00:49:21: Ich war jetzt nie jemand der jetzt da besonders aktiv war.

00:49:25: das heißt ich hab diesen Vorteil Ich habe diesen Kipppunkt quasi nicht überschritten, dass ich jetzt abhängig davon wäre.

00:49:34: Deswegen ist für mich meiner persönlichen Entscheidung und in meinem Konsum eine tatsächlich mich daraus zu nehmen oder zurückzuhalten – eine gewisse Abstinenz einzuhalten einfacher.

00:49:51: aber wie ich beobachtet die Menschen für die das Ein Teil ihrer Identität, ihrer Lebensgestaltung, ihres Wohlfülls auch ist.

00:50:03: Für die ist es nicht so einfach wie ich das beobachte und das ist für mich fragwürdig und da würde ich mir mehr gesellschaftliche Bewusstseinsbildung, mehr Auseinandersetzung wünschen, als nur jetzt scheinbar zu vermitteln.

00:50:21: Wir lösen ein Problem mit einem Gesetz und dann ist das Problem abgehakt.

00:50:25: In dem es niemanden schon dürfte?

00:50:27: Ja ja

00:50:28: genau!

00:50:30: Vielleicht, also ich sehe auch so ein bisschen Licht am Horizont wenn ich die Kritik an der KI wahrnehme unter den jungen Leuten dass diese vielen kurz Berichte in TikTok, sowie die kleinen Shorts auf YouTube, wo dann auf einmal kleine Kinder singen wie Erwachsene und sich bewegen oder tanzen.

00:50:57: Oder diese Hoppa-Las, wo irgendwelche Dinge passieren, was sie ja zuhauf anschauen.

00:51:04: Dass auch die jungen Leute jetzt schon wissen.

00:51:06: das ist nicht echt!

00:51:09: Oder

00:51:09: vieles davon?

00:51:10: Vieles davon.

00:51:12: Ich erkenne das noch sehr schlecht, was ist ein Fake und was is echt?

00:51:16: weil es gibt tatsächlich Vorträge und Berichte und die sind auch nicht echt.

00:51:23: Ja ja und das nimmt zu, das nimmt enorm zu und wir haben gar keinen...

00:51:28: Vielleicht findet das auch an der Konsum dass man dann weiß mal schaut ihr da wo so vielleicht alles gar nicht echt ist.

00:51:36: Gewisse Anzeichen gibt es tatsächlich, dass die Sehnsucht unter jungen Menschen sich da rauszunehmen punktuell wieder aufpoppt oder sichtbar wird.

00:51:52: Aber ich denke das sind momentan einfach einzelne Entwicklungen und die haben halt mit der gesamten Realität und Betroffenheit noch weniger zu tun Lieber Elsbett, ein Thema das uns sicher weiter begleiten wird.

00:52:08: Ich fand es trotzdem interessant auch wenn wir jetzt keine Lösungen haben oder vielleicht auch ganz gar keine eindeutige Meinung.

00:52:16: Ganz richtig!

00:52:17: Aber das ist halt ein Punkt wo wir mit unserer Wahrnehmung uns damit auseinandersetzen und eigentlich dazu anregen weiter zu denken und sich auch damit aueinanderzusetzen.

00:52:29: Lieber Alsbett danke für das Gespräch

00:52:33: Danke.